EMDR MÜNCHEN

sun-loungers-227301_640EMDR ist eine Methode der Trauma-Therapie, deren Effektivität durch Studien mehrfach belegt wurde. Seit 2006 gilt es als von wissenschaftlichen Fachgesellschaften anerkanntes Verfahren. Darüber hinaus wird EMDR heute auch bei anderen psychischen Beschwerden sehr erfolgreich eingesetzt. In jedem Lebensverlauf finden sich positive, förderliche Ereignisse und Erlebnisse, die Kraft geben, Sicherheit vermitteln und das Selbstwertgefühl steigern.
Viele Ereignisse belastende Ereignisse jedoch entziehen sich unserer bewussten Erinnerung, sie sind nicht verarbeitet und wirken dennoch im Unterbewusstsein weiter. Ängste, Blockaden, Panik oder hartnäckige körperliche Beschwerden können Ausdruck dieser im Unbewussten gespeicherten und nicht bearbeiteten Dinge sein.

Mit Hilfe der EMDR-Methode können die schmerzlichen Erfahrungen auf achtsame Weise verarbeitet und verändert werden, so dass sie ihren negativen Einfluss auf die Gegenwart verlieren. EMDR ermöglicht es, die relevanten Ursachen von Ängsten, Emotionen und Körperempfindungen ins Bewusstsein zu holen und zu verarbeiten.

EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing.

Eye Movement: Augenbewegungen

Aus der Schlafforschung ist bekannt, dass wir beim nächtlichen Träumen die Ereignisse des Tages verarbeiten und uns dabei geistig erholen. Das Gehirn arbeitet in dieser sogenannten REM-Phase, bei der sich die Augen unter den Lidern schnell hin und her bewegen, sehr aktiv an der Speicherung von Erinnerungen und der Verfestigung von Gedächtnisinhalten.
Diese Prozesse werden im EMDR im Wachzustand nachgebildet . Je nach angestrebter Wirkung (Ressource verankern oder Verarbeitungsprozess beschleunigen), führt der Therapeut schnellen Bewegungen in unterschiedlicher Geschwindigkeit und Dauer vor den Augen oder durch Tapping an den Händen des Klienten aus. Während dies geschieht, leitet der Therapeut den Klienten in einem der Methoden-Schritte dazu an, sich auf bestimmte (biografische) „HotSpots“ zu konzentrieren und die dabei aufsteigenden Bilder und Erinnerungsfragmente wahrzunehmen.

Desensitization and Reprocessing – Desensibilisierung und Neuverarbeitung

Die Hirnforscher gehen heute davon aus, dass Erinnerungen nicht an einem bestimmten Platz im Gehirn abgespeichert werden, sondern sich als Bruchstücke in einem Netzwerk von Nervenzellen verteilen, um irgendwann als „verarbeitet“ im Großhirn abgelegt zu werden (so wie eine Datei auf dem Server landet).

Verarbeitung von Ereignis-Merkmalen
Bei gewöhnlichen Alltagserlebnisse geschieht dies auch so: Die mit einem Ereignis verbunden Worte, Bilder, Geräusche, Gerüche, Körperempfindungen, Gefühle, Gedanken und zeitlichen / örtlichen Einordnungen („es ist vorbei“ / „das war woanders“) werden im Gehirn in sinnvoller Weise miteinander verknüpft, strukturiert und als fertige Datei im Großhirn abgelegt . Alle Merkmale eines Ereignisses sind integriert, sind in einer eigenen Datei zusammengefügt, das Ereignis hinterlässt keine Spuren, es ist „gut verstaut“.

Bei nicht verarbeiteten Ereignissen, die emotional sehr belastend waren ( z. B. bei Unfällen, Bedrohungen, Verletzungen, Trennung, Trauer), sind die mit dem Ereignis verbundenen Worte, Bilder, Geräusche, Gefühle etc. als „Fetzen“ und als „nicht-zusammengehörig“ im Gehirn versprengt. Diese „Fetzen“ können wir hochgespülte Puzzle-Teile immer wieder an die Oberfläche empor schwappen – in Form von Angst, Panik oder somatischen Beschwerden, die „aus dem Nichts“ kommen (also einem Ereignis nicht zugeordnet werden können). Die „Ereignis-Datei“ ist im übertragenen Sinn nicht geschlossen und schon gar nicht auf dem Server abgelegt. Die einzelnen Elemente eines Ereignisses sind im Gehirn nicht sinnvoll integriert.

So wirkt EMDR

Durch EMDR wird eine Synthese, eine Verbindung aus Wort, Bild, Gefühlen und Körpersensationen erreicht. Die Hirnforschung vermutet, dass durch die Augenbewegungen die beiden Gehirnhälften aktiviert und zu einem Informationsaustausch angeregt werden. Die Verarbeitung von Faktoren belastender Erlebnisse (auch wenn diese nicht mehr bewusst sind), wird durch die EMDR-Intervention nachgeholt und beschleunigt. Während und nach der EMDR-Intervention können die „Puzzle-Teile“, die „Erinnerungsfetzen“ endlich ein Ganzes bilden (eine abgeschlossene Datei) und werden als solches im Gehirn abgelegt.

Man nimmt auch an, dass durch EMDR die Gehirnströme und neuronale Netzwerke im Gehirn verändert werden und einen psychischen Heilungsprozess einleiten. EMDR hilft dabei, Belastendes zum Positiven zu modifizieren und Traumatisches zu neutralisieren.
Der besondere Effekt dabei ist, dass das vergangene Ereignis in einem neuen Sinnzusammenhang gesehen wird. Die eigene Rolle bei dem Geschehen erhält eine neue, angemessene Bedeutung und eine wohlwollende oder zumindest neutrale Bewertung. Das führt dazu, dass sich die emotionale Belastung rasch abschwächt und die negativen Kognitionen sich ins Positive verwandeln.