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Panikattacken und Angstgefühle


wheat-865152_1920Die gute Nachricht: Sie sind nicht alleine! Rund zwei bis drei Prozent aller Deutschen erkranken mindestens einmal im Leben an einer Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie, und rund sechs Prozent erleben zumindest einmal im Leben eine Panikattacke einhergehend mit Panik- oder Angstzuständen. Frauen sind dabei etwa doppelt so oft betroffen wie Männer.

Angstzentrum München

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Panikattacken stellen eine besondere Form dar, wie sich starker Stress (den oft nur das Unbewusste registriert!) äußern kann. Während einer Panikattacke bekommt das autonome Nervensystem unbewusst das Signal, dass es ums Überleben geht und mobilisiert die Körperfunktionen – nämlich Atmung, Verdauung, Blutdruck – zu Kampf oder Flucht.

Es kommt zu starken Körperreaktionen wie Herzklopfen, Atemnot, Brustbeklemmungen, Durchfall, Übelkeit, Schwindel etc. Diese Reaktionen sind mit großer Angst, Hilflosigkeits- oder auch Ohnmachtsgefühlen verbunden, sie werden meist als lebensbedrohlich und als „außer Kontrolle“ empfunden. Betroffene entwickeln meist auch noch eine Angst vor der Angst und vermeiden Situationen und Orte, in denen mit einer Panikattacke zu rechnen ist.

Dynamik von Körper und Psyche

Gutes aus der Steinzeit

Rein stammesgeschichtlich ist eine Panikattacke eine „gute Sache“: In (vermeintlich) lebensbedrohlichen Situationen hat eine Panikreaktion die Urzeitmenschen rechtzeitig für Kampf und Flucht aktiviert und sicherte auf diese Weise das Überleben. Dieser Mechanismus ist auch beim modernen Menschen immer noch im Gehirn gespeichert: Meint das Gehirn, eine potentielle Gefahr wahrgenommen zu haben (und hier reichen dem Gehirn schon Ähnlichkeiten zu früheren, dieses Wissen wird angezapft!), können Panikreaktionen ausgelöst werden.

Warnung in Blitzgeschwindigkeit

Die akuten Angstreaktionen scheinen überfallartig aus dem Nichts zu kommen, ohne „lebensbedrohlichen“ Anlass. Der Grund für dieses Erleben: Die unbewusste„Gefahrenerkennung“ im Gehirn erfolgt blitzschnell in einer zehntausendstel Sekunde – lange bevor wir bewusst etwas wahrnehmen oder überhaupt darüber nachdenken können. Dieser zeitliche Vorsprung im Gehirn und die ad-hoc folgende Panikreaktion ist dafür verantwortlich, dass die Panikattacken als „urplötzlich“ und überraschend erlebt werden: Das Gehirn war mit der Einordnung der Situation einfach schneller – ohne uns zu fragen! Gerüche oder auch Eindrücke aus den Augenwinkeln – etwas, was unser Gehirn viel schneller wahrnimmt als wir selbst – sind typische Auslöser für „plötzliche“ Panikattacken.

Kontrolle verstärkt die Reaktion

Panikbetroffene haben den nachvollziehbaren Wunsch, ihre Reaktionen zu kontrollieren – was aber den Stress noch weiter erhöht. Denn Körper und Psyche denken sich: „Oh, jetzt gibt es noch mehr (Kontroll-) Stress, also muss ich meinen Menschen NOCH mehr unterstützen, indem ich ihm NOCH deutlicher signalisiere, dass er sich endlich für Kampf oder Flucht bereit machen soll „. Folge: Der Körper erhöht, in guter Absicht, seine „Krisen“-Signale, die körperlichen Reaktionen (z.B. Herzklopfen) werden noch stärker, der Mensch wird noch unruhiger, im Kopf wird es noch schlimmer, die Psyche ist nun definitiv überfordert. Ergo: Das Unterdrücken der Körperreaktionen funktioniert nicht und führt – im Gegenteil – zu einer Verstärkung der Panikreaktionen in jeglicher Hinsicht.

Die Angst vor der Angst – Angstkreislauf

Die Angst vor der Angst ist eine weitere Folge der Panikattacke, die eine Art Angstkreislauf entstehen lässt. Man wird übervorsichtig, beobachtet sich ständig und versucht, den Körper zu kontrollieren, eine Panikattacke rechtzeitig zu erkennen, um sie zu vermeiden. Ein starkes Sicherheitsbedürfnis entsteht, auch nach menschlicher Nähe und auch in Situationen, die man früher selbstverständlich und ganz gelassen bewältigt hat.

Ursachen und Auslöser von Panikattacken

Warum unser Gehirn eine Angst- oder Panikattacke erzeugt, haben wir schon dargelegt. Der Panik-Mechanismus stammt noch aus der Steinzeit und will uns über die Aktivierung der körperlichen Reaktionen (Panikgefühl) das Überleben sichern, es soll uns für Kampf oder Flucht bereit machen.

Die Frage ist nun aber: Was veranlasst unser Gehirn, eine harmlose Situation als „Gefahr“ einzuordnen – unabhängig davon, ob WIR die Situation überhaupt bewusst wahrnehmen und unabhängig davon, ob WIR eine Situation rein vom Verstand her sogar als „harmlos“ beurteilen?

Belastende Erlebnisse auf neuronalen Pfaden

Erleben wir etwas, was uns nachhaltig zu schaffen gemacht hat, was uns sehr geschockt, verletzt oder bis ins Mark getroffen hat, was uns womöglich existenzielle Ohnmacht, Ungeschütztsein oder Alleinsein hat erfahren lassen, dann hinterlassen diese Erlebnisse im Gehirn neuronale „Erinnerungspfade“ (und oft sind es eben „Angstpfade“) – WENN… ja wenn diese Erlebnisse nicht in ausreichendem Maß verarbeitet werden konnten.

So wie ein Trampelpfad irgendwann zu einem Weg wird, wenn er regelmäßig beschritten wird, so wird auch ein neuronaler Angstpfad immer fester und stabiler, wenn er nicht (durch Therapie) aufgelöst, sondern vom Gehirn regelmäßig beansprucht wird – die Angstreaktion ist dann etabliert wie ein gepflegter Weg.

Ähnlichkeiten auf dem gleichen Pfad

Weil uns das Gehirn bestmöglich unterstützen will, werden von ihm auch Situationen oder Aspekte davon als „bedrohlich“ eingeordnet, die mit der ursprünglichen Situation auch nur eine Ähnlichkeit aufweisen. Dies kann dann ebenfalls zu einer Panikattacke führen. Dabei reicht es, wenn NUR das Gehirn eine Ähnlichkeit zu früheren belastenden Erlebnissen feststellt (ohne es uns wissen zu lassen = unbewusst): In einer zehntausendsten Sekunde kann dies geschehen und Angstgefühle oder Panik auslösen, bevor wir uns über irgendetwas bewusst sind oder darüber nachdenken können (die „plötzliche“ Panikattacke).

Erweiterte Angst, Generalisierte Angststörung (GAS)

In der gleichen Art, wie bei einem Pfad oder Weg im Lauf der Zeit noch weitere Verzweigungen zu anderen Dörfern führen, so kann sich auch der „Angstpfad“ verlängern und ausweiten: Der Mensch entwickelt dann mit der Zeit immer mehr Ängste – auch Ängste, die mit dem ursprünglichen Thema offensichtlich nicht mehr viel gemeinsam haben. Hier spricht man dann davon, dass sich eine Angst „generalisiert“, also „verallgemeinert“ im Sinn von „ausgeweitet“ hat (Generalisierte Angststörung GAS).

Die eine *einzige* Ursache für die Entwicklung einer Generalisierten Angststörung (GAS) lässt sich nicht ermitteln. Es gibt allerdings Hinweise dafür, dass ein ängstlicher, überbehütender ODER auch ein hilflos-machtloser Erziehungsstil (Überforderung, Machtlosigkeit der Mutter, fehlende Stütze dem Kind gegenüber) die Entstehung einer GAS begünstigt. Ebenso gibt es Hinwiese darauf, dass zurückhaltende Babies eher ängstliche Kinder werden als „fordernde“ Säuglinge. Inwieweit sich jedoch daraus eine GAS oder generell Angstsymptome entwickeln können, ist nicht geklärt. Ursächliche und erhaltende Faktoren bei der generalisierten Angststörung sind denen der Panikstörung ähnlich (siehe weiter unten).

Was beeinflusst das Auftreten von Panikstörungen? 

Diverse Einflüsse machen für eine Angststörung empfänglich. Mittlerweile geht man davon aus, dass verschiedene Faktoren und ihre Wechselwirkung die Angststörungen beeinflussen und sogar aufrechterhalten können. Die Gewichtung der verschiedenen (Stress- und Persönlichkeits-) Faktoren ist hierbei individuell verschieden.

Generell variieren Ausprägung und Häufigkeit von Angstbelastungen je nach psychischem oder körperlichem Stress. Deshalb können zwischen den Panikattacken auch lange beschwerdefreie Phasen liegen, wenn dieser Lebensabschnitt generell als gelassener wahrgenommen wird, d.h. wenn es z.B. keine Sorgen am Arbeitsplatz oder in der Familie/Partnerschaft gibt.

Gesundes Immunsystem ohne Panikattacken

Therapie: Einfluss auf das Immunsystem

Regelmäße Angst- oder Panikattacken bedeuten regelmäßigen Stress – und regelmäßiger Stress ist eine chronische Belastung, die im Körper u.a. zu einem permanenten Cortisol-Ausstoß führt. Der Körper bekommt die Cortisol-Balance bei fortgesetztem Stress irgendwann nicht mehr in den Griff, im Blut entwickeln die Immunzellen eine Hyperaktivität, infolgedessen es bspw. zu mehr Entzündungen, mehr Infekten und zu einer höheren Allergiebereitschaft kommen kann.

Forscher der LMU München haben auch herausgefunden, dass regelmäßiger, chronischer Stress (und Ängste fallen hierein) auch noch andere Spuren hinterlassen: Sie können nämlich zu mehr psychischen Folgekrankheiten führen (z.B. Depressionen) und auch Alkoholabusus nach sich ziehen.

Lösung und Behandlung der Panikattacken

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Die Methoden

In unserer Praxis bearbeiten wir Angst- und Panikattacken mit dem wingwave- oder dem EMDR-Verfahren. Die Praxis zeigt, dass diese therapeutischen Module Ängste in wenigen Sitzungen lösen können – und zwar für immer. Zu uns kommen auch Patienten, die schon etliche Therapien hinter sich hatten und erst mit der wingwave- oder EMDR-Methode zum entscheidenden Durchbruch kamen: Ängste und Panikattacken verschwanden oder konnten nachhaltig auf ein Minimum reduziert werden.
Die Patienten beschreiben ihr „Gefühl danach“ oft als „Freiheit“ und „Gelassenheit“, das meist als ein ganz neues Erleben empfunden wird. Bei Bedarf coachen wir auch mit Modulen aus der Verhaltenstherapie (führen aber keine Verhaltenstherapie durch).

Warum wirken wingwave und EMDR bei Ängsten?

Die Spezifika beider Verfahren führen eine Veränderung in den neuronalen Pfaden herbei, dort also, wo sich Ängste etabliert und verzweigt haben – so vermuten es zumindest die Forscher. wingwave und EMDR wirken über schnelle Augenbewegungen, die eine bilaterale Stimulation im Gehirn auslösen (rechte/linke Gehirnhälfte) und auf diese Weise die neuronalen Strukturen positiv beeinflussen. Die neuronalen Impulse unterstützen das Gehirn dabei, belastendes Material zu prozessieren und Vergangenes vom Gegenwärtigen zu unterscheiden – so dass das Gehirn eben keine Flucht- oder Kampfreaktionen mehr vorbereiten muss (= keine Panikattacke). Diverse Studien haben diesen Verarbeitungseffekt bestätigt.

Die therapeutischen Verfahren „klären“ sozusagen die Sinneskanäle und „verstauen“ belastende Dinge „in die richtige Ecke“ des Gehirns (oft: Vergangenheitsecke): Wie bei einem erledigten Schriftstück, das in einen Ordner oder auf dem Server in die Ablage kommt. In diesem Zusammenhang zeigt sich regelmäßig, dass auch komplexe (biografische) Themen mit wingwave oder EMDR gut bearbeitet werden können.

Wieviel Sitzungen sind notwendig ?

In unserer Praxis zeigt sich, dass je nach Themenlage, Ausprägungsgrad und persönlichen Faktoren zwischen zwei bis vier – und manchmal auch mehr – Sitzungen notwendig sein. Grundsätzlich sind beide Verfahren aber nicht als Langzeittherapien angelegt. Bei Bedarf und nach Rücksprache können die positiven Effekte der Sitzungen noch mit einer Hypnose kombiniert werden, wir haben gute Erfahrungen damit gemacht.

Fazit

Sie sollten Panikstörungen nicht als „gegeben“ hinnehmen, sondern sich um eine Behandlung kümmern. Auch nach etlichen „Angst-Jahren“ ist eine gute Behandlung der Panikstörung noch möglich! Bedenken Sie, dass Ihre Panikattacken ohne Behandlung eine weitere Tendenz zur Chronifizierung und zur Generalisierung haben. Auch Ihr Immunsystem wird Ihnen dankbar sein, denn fehlende Panikattacken“ bedeuten auch weniger Stress, was Ihr Immunsystem nachweislich stärkt und stabilisiert!

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