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Ängste und Schwangerschaft

Es kann das Leben verändern, von heute auf morgen: Zehn bis dreißig Prozent aller Schwangerschaften enden vorzeitig mit einer Fehlgeburt. Für die betroffenen Frauen ist eine Fehlgeburt nicht nur physisch belastend, sondern es bedeutet für sie auch das abrupte Ende von Hoffnungen, Erwartungen und Plänen. Mit dem verlorenen Kind entsteht oftmals eine tiefe psychische Wunde, die von alleine nur schlecht verheilt. Eine einfühlsame therapeutische Begleitung kann beim Heilungsprozess unterstützen. Gefühle und Gedanken ansehen, zu ordnen, Schuld und Ohnmacht zu verarbeiten. Trauer, Verzweiflung, Wut und Schmerz finden in der speziellen Therapie einen geschützten Raum. Finden Sie neuen Lebensmut und neue Perspektiven.

Die Bindung der werdenden Mutter an das Ungeborene entsteht meist schon in den ersten Tagen nach der Schwangerschaftsdiagnose. Die Mutter nimmt verbal und non-verbal mit dem Embryo Kontakt auf: Über innere Gespräche und liebevolle Gedanken entsteht eine bindungsstiftende Verständigung zwischen der Mutter und dem werdenden Kind. Die bewusste und auch die unbewusste Kommunikation der Mutter mit dem Kind lässt die Bindung mit jedem Schwangerschaftstag weiter wachsen. Das ungeborene Kind wird ich mit jedem Schwangerschaftstag mehr zu einem Teil der Mutter selbst .

Mit der wachsenden Bindung wächst meist auch die Liebe zum ungeborenen Kind. Liebe, Bindung und Trauer sind eng miteinander verknüpft. Je größer die Liebe, je tiefer die Bindung, desto mehr Schmerzen und desto mehr Trauer empfinden wir bei einem Verlust. Dies trifft umso mehr auf den Verlust des ungeborenen Lebens bei einer Fehlgeburt zu. Die Trauer um den Verlust des Kindes bedeutet auch Liebe, denn Trauer entsteht aus Liebe: Es ist Liebe, die nicht mehr zurückkommt, es ist eine Liebe die mit Schmerz, Traurigkeit, Verzweiflung und Schuldgefühlen gepaart ist. Es ist Liebe, die abrupt keine Resonanz mehr erfährt, mit der man plötzlich alleine da steht und dessen Wirkung Außenstehende nicht nachvollziehen können.

Hinzu kommt, dass für die Frau mit einer Fehlgeburt auch ein Teil ihres Selbst scheinbar verloren geht: Das ungeborene Kind ist während der Schwangerschaft ein Teil der Mutter geworden, es war mit ihr über die Nabelschnur verbunden, es ist in ihr gewachsen. Bei einer Fehlgeburt wird dieser wachsende Verbindungsprozess jäh unterbrochen, ein Teil der Frau verlässt ihren Körper. Die Frau fühlt sich unter Umständen „nicht mehr ganz“, sie empfindet sich als „unvollständig“. Nach einer Fehlgeburt kann sich bei ihr deshalb das Empfinden einstellen, einen Teil des eigenen ICHS, des eigenen SELBST verloren zu haben.

Wut, Machtlosigkeit und Kontrollverlust

Trauer nach einer Fehlgeburt ist eine Reaktion auf den Verlust der Liebe, auf das Zusammenbrechen von Hoffnungen, Vorstellungen und Zukunftsvisionen. Neben der Traurigkeit kann sich Trauer nach einer Fehlgeburt aber auch in Form von Wut zeigen. Über die Wut schützt das psychische System die Mutter sozusagen vor einer scheinbar unerträglichen psychischen Belastung – und spült erst einmal nur ihre Wutgefühle an die Oberfläche, bevor bei der Frau die Kraft für tiefere und schmerzvollere Gefühle wachsen kann.

Nach einer Fehlgeburt haben viele Frauen das Gefühl, dass ein Teil von ihnen, der vorher mit ihnen verbunden war, rausgerissen wurde – ohne dass sie danach gefragt wurden, ohne dass sie es kontrollieren oder beeinflussen konnten. Die Fehlgeburt kommt meist unerwartet und wird vielfach als fremdbestimmt empfunden . Dieses intensive, einschneidende Gefühl der Machtlosigkeit und Überwältigung kann bei Frauen eine tiefe Ohnmacht und ein großes Unsicherheitsgefühl auch in anderen Lebensbereichen hinterlassen: Das Vertrauen in sich selbst, das Vertrauen in die eigene Selbstwirksamkeit und das Gefühl, „die Sache in der Hand zu haben“ oder etwas kontrollieren zu können, kann nach der Fehlgeburt nachhaltig gestört sein. Es besteht das große Risiko, dass sich dieses Defizitgefühl auf z.B. die eigene Gesundheit, das Berufsleben, auf Partnerschaften und Beziehungen negativ auswirkt („Ich schaffe es nicht“ / „Es wird etwas mit mir gemacht, ich kann sowieso nichts dagegen machen“).

Therapie: Auffangen, begleiten, zulassen

Außenstehende können die Trauer der betroffenen Frauen, die ihr Kind so früh verloren haben, oft nicht nachvollziehen. Sie können sich keine Vorstellung über die Intensität der bereits vorhandenen Bindung machen. Sie kennen nicht die Hoffnungen und Erwartungen, die sich mit der Fehlgeburt von heute auf morgen in ein großes Nichts gewandelt haben.

Wohin mit der Traurigkeit, der Verzweiflung, der Wut, dem Schmerz, den Schuldgefühlen, der Leere? Wohin mit all der Liebe für das erwartete Kind? Wie kann wieder Vertrauen in das Leben und in sich selbst wieder erlangt werden?

Die bewusste Verarbeitung der Fehlgeburt im therapeutischen Kontext hilft Ihnen, sich wieder liebes- und lebensfähig zu fühlen, sich wieder „ganz“ zu fühlen und ohne Schuldbewusstsein oder Wut zu leben. In unserer Praxis arbeiten wir dabei konkret mit Ihren sehr persönlichen Ressourcen: Denn tief im Innern weiß jeder Mensch, was gut und hilfreich für ihn ist. Um dieses Wissen, das oft unbewusste Wissen, zu erschließen, braucht es Zeit, therapeutisches Gespür und einen geschützten Raum. Dies bieten wir Ihnen in unserer Praxis. Neuer Lebensmut und neue Lebensperspektiven können sich in diesem Umfeld wieder entwickeln!

In unserer Praxis begleiten wir betroffene Frauen bei ihrem Weg in die Zeit „danach“. In unseren einfühlsamen Sitzungen geht es darum, all die – oft widersprüchlichen – Gefühle und Gedanken wahrzunehmen, anzuschauen und zuzulassen. Wir geleiten Sie dabei, den Trauerprozess, wie auch immer er sich bei Ihnen zeigen mag, zu durchleben und die darin enthaltene Kraft und Lebendigkeit zu entdecken – auch wenn dies erst mal schwer vorstellbar ist. Sehen Sie es auch als Reise – zu sich selbst, zur Kommunikation mit ihrem Ungeborenen und zu neuem Lebensmut.

Vorgehensweise

In den besonderen Sitzungen arbeiten wir neben speziellen Gesprächstechniken auch mit leichter Hypnose sowie dem EMDR-Verfahren, das sich bei traumatischen Erlebnissen bewährt hat. Unserer Erfahrung nach ist der flexible Einsatz unterschiedlicher Methoden auch beim Themenfeld „Fehlgeburt“ nachhaltig heilsam und kann einen starken positiven Effekt in der psychischen Verarbeitung herbeiführen. Im täglichen Leben merken Sie dies über eine „leichtere“ Stimmungslage, einen freieres Denken und ein natürliches Akzeptanzgefühl.

Manchmal kann es angebracht sein, dass der Lebenspartner in einer Sitzung mit dabei sein darf/möchte oder dass es sinnvoll ist, ein größeres Kind aus der Familie für eine einzelne Sitzung mit dazu zu nehmen. Auch in dieser Konstellation geht es darum, Dinge anzusehen, auszusprechen, Gefühle zuzulassen und zu verstehen – damit auch sie ans Licht können und geheilt werden dürfen.

Schreiben Sie uns gerne an oder melden Sie sich telefonisch. Gerne stehen wir Ihnen für ein kostenloses Vorgespräch zur Verfügung.

Weitere Angst- und Paniktherapien

Wir sind keine Ärzte. Es werden keine Diagnosen gestellt oder Heilversprechen abgegeben. Leiden werden ausnahmslos auf nichtmedizinischer Basis behandelt. Die sich auf dieser Seite befindlichen Informationen dienen weder zur Selbsttherapie, noch zur Erstellung eigener Diagnosen. Für deren Richtigkeit übernehmen wir keine Haftung. Wenn Sie sich in ärztlicher Behandlung befinden, unterbrechen Sie diese nicht ohne vorherige ärztliche Rücksprache.